Projektmanagement in der Automobilindustrie
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Hildegard Müller, Präsidentin des Verbandes der Automobilindustrie (VDA)

Rund 775.000 Menschen sind direkt in Deutschland in der Automobilindustrie beschäftigt und insgesamt hängen allein in Deutschland direkt und indirekt zwei Millionen Arbeitsplätze von der Automobilindustrie ab. Die Zahlen unterstreichen, dass die Automobilindustrie die Schlüsselindustrie in Deutschland ist. Sie steht weltweit für „German Engineering“ und Qualität „Made in Germany“. Wir sind stolz auf das, was wir als Industrie erreicht haben und sind uns gleichzeitig bewusst, dass neue Herausforderungen vor uns liegen – Herausforderungen, die nach neuen Herangehensweisen verlangen.

Die deutsche Automobilindustrie befindet sich inmitten einer umfassenden und beispiellosen Transformation. Die Unternehmen treiben den Wandel entschlossen mit Innovationen und Investitionen voran – das gilt für den Hochlauf der Elektromobilität, für den Einsatz klimaneutraler Kraftstoffe und für die Digitalisierung. Fahrzeuge sind immer vernetzter, digitale Technologien ziehen immer stärker in Pkw und Nutzfahrzeuge ein. Fortschrittliche Technologien werden in moderne Fahrzeuge integriert. Intelligente Sensoren und autonome Fahrsysteme sind fester Bestandteil der Zukunft der Mobilität. Um die Transformation erfolgreich zu bewältigen, setzen die Unternehmen auf Erfindergeist, Effektivität und Effizienz. Das ist der Schlüssel, um auch in Zukunft weltweit führend im Bereich der Mobilität zu sein. Dazu investieren sie mit aller Kraft: Die Hersteller und Zulieferer der deutschen Automobilindustrie investieren von 2023 bis 2027 weltweit mehr als 250 Milliarden Euro in Forschung und Entwicklung, insbesondere in Elektromobilität inklusive Batterietechnik, autonomes Fahren sowie Digitalisierung.

In diesem dynamischen Umfeld wird vieles auf die Probe gestellt – auch Prozesse und Strukturen. Das bedeutet insbesondere, dass die Unternehmen sich noch agiler aufstellen müssen, um auf die neuen Herausforderungen zu reagieren. Gleichzeitig müssen sie sich auf die verändernden Ansprüche von aktuellen und potenziellen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern einstellen. Dies gilt insbesondere im Kontext des allgegenwärtigen Fachkräftemangels, der gerade auch viele mittelständische Unternehmen betrifft. Das Projektmanagement in der Automobilindustrie ist ein entscheidender Baustein, der einerseits mehr Agilität ermöglicht und andererseits die Arbeitgeberattraktivität steigert. Daher hat Projektmanagement in der Automobilindustrie in den vergangenen Jahren zunehmend an Relevanz gewonnen und verstärkten Einzug in die Unternehmen gehalten. 

Projektmanagement ist inzwischen zu einer Kernkompetenz der Unternehmen in der Automobilindustrie geworden, eine Kompetenz, die sich ständig wandelt. Mit dem Buch „Projektmanagement in der Automobilindustrie“ geben Prof. Dr. Reinhard Wagner und Dr.-Ing. Jens Erasmus Führungskräften neue Impulse an die Hand und stärken die Verbindung zwischen der wissenschaftlichen Theorie und der gelebten Praxis in den Unternehmen. Sie leisten so einen wichtigen Beitrag zur weiteren Professionalisierung des Projektmanagements in der Automobilindustrie. 

Prof. Dr. Stefan Bratzel, Direktor des Center of Automotive Management (CAM)

Die Automobilindustrie befindet sich in einer tiefgreifenden Transformation. Neue Wettbewerber, ein turbulentes Marktumfeld sowie technologische Disruption sind nur einige der Faktoren, die deutsche Automobilhersteller wie Zulieferer dazu zwingen, traditionelle Pfade zu verlassen und sich völlig neu auszurichten. Unsere Studien zur Innovations- und Leistungsfähigkeit der deutschen Player zeigen, dass die KoKoKO-Faktoren erfolgsentscheidend sind: Neue Kompetenzen, neue Kooperationen sowie neue Kultur und Organisationsmuster müssen in den Unternehmen Einzug halten. Zweifelsohne spielt das Projektmanagement im Zuge der Transformation auf strategischer wie auch operativer Ebene eine entscheidende Rolle, um „die PS auf die Straße zu bringen.“ Denn was hilft die Innovation, wenn sie zu spät kommt, zu teuer ist oder die aktuellen Kundenanforderungen nicht trifft?

Allzu häufig führen Unternehmen wie Tesla das Feld der Innovatoren an, teils mit großem Abstand vor den etablierten deutschen Herstellern und Zulieferern. Um aus dem „Follower“-Modus herauszukommen, muss die deutsche Automobilindustrie mehr Projekte, in kürzerer Zeit und bei deutlich geringerem Aufwand realisieren. Dies ist eine Frage von wirkungsvollem Projektmanagement, das deutlich stärker ins Zentrum der Aufmerksamkeit rücken sollte, damit die Transformation der Unternehmen wie auch der Branche insgesamt gelingt. Das Buch liefert hier wertvolle Impulse, die zu einer Steigerung der Performance genutzt werden sollten. 

Prof. Dr. Peter Thuy, Präsident der GPM Deutsche Gesellschaft für Projektmanagement e.V.

Mit Projekten und leistungsfähigem Projektmanagement wird Deutschlands Zukunft gestaltet. Dafür setzt sich die GPM schon seit Jahren ein. Nicht von ungefähr ist die GPM-Fachgruppe „Automotive Projektmanagement“ zum Nährboden für die erste wie auch die folgenden Auflagen dieses Buches geworden. Der Austausch von Experten aus den Unternehmen der Automobilhersteller, Zulieferer und Dienstleister ermöglicht einen systematischen Abgleich des etablierten Projektmanagements mit den neuen Herausforderungen sowie dessen konsequente Weiterentwicklung im jeweiligen Kontext. Dabei stehen Themen wie die Agilisierung, Digitalisierung, Virtualisierung und die Zusammenarbeit entlang der Wertschöpfungsketten in Projekten ganz weit oben auf der Agenda. Die Transformation der Automobilindustrie erfordert eine Kraftanstrengung aller Beteiligten.

Das Buch setzt hier wichtige Impulse und zeigt die Richtung auf. Die GPM unterstützt diese Transformation mit ihren Angeboten in Bildung, Qualifizierung und Zertifizierung für das Projektmanagement auf allen Ebenen. Hier ist vor allem das Top Management gefordert, die Weichen für eine erfolgreiche Zukunft zu stellen. Denn in dem Maße, wie die Anzahl und Bedeutung von Projekten im Unternehmen bzw. der Branche steigt, geht es nicht mehr nur um das „Management von Projekten“, sondern viel mehr um „Management durch Projekte“, also die Umsetzung der Unternehmensziele durch Projekte und ein leistungsfähiges Projektmanagement. In diesem Sinne wünscht die GPM den Autoren viel Erfolg mit dem Buch.

Sascha Meyer, Chief Executive Officer, MOIA GmbH

MOIA hat sich in weniger als 5 Jahren von einem Powerpoint-Konzept hin zum größten europäischen Ridepooling Anbieter entwickelt. Unser Weg umfasste die Validierung unseres digitalisierten Geschäftsmodells, die Entwicklung eines Special Purpose Vehicles und den Aufbau und die Automatisierung unseres Betriebes. Für das autonome Fahren entwickeln wir nicht nur die Flottenplattform der Zukunft, sondern auch die notwendigen Fahrzeugfunktionen für die sichere Beförderung von Passagieren. Wir benötigen für all dies die Schnelligkeit und Anpassungsmöglichkeit eines Startups bei gleichzeitiger Verlässlichkeit eines Automobilunternehmens.

Projektmanagement ist für MOIA daher eine strategische Kernkompetenz. Im integrierten Zusammenspiel mit unserer agilen Entwicklung entsteht die systematische Zuverlässigkeit, die es benötigt, um das durch den Volkswagen Konzern in uns gesetzte Vertrauen zu erfüllen.

Das Buch „Projektmanagement in der Automobilindustrie“ zeigt, wie die strategischen, taktischen und operativen Elemente verzahnt werden können. Der Blick wird dabei vom physischen Produkt ‚Automobil‘ gelöst und die automobile Wertschöpfungskette mit den verschiedenen Mobilitätsformen in den Fokus gesetzt. Das Buch liefert darüber hinaus Impulse für die zukünftigen Fähigkeiten des Projektmanagements, die durch digitalisierte Produkte und State-of-the-art Technologien wie künstliche Intelligenz erforderlich werden. Aus diesem Grund ist das Buch auch für all jene Leser interessant, die nicht unmittelbar mit der Fahrzeugentwicklung befasst sind, sondern einen Beitrag zur Mobilität im 21. Jahrhundert leisten.

Julian Kleiss, Manager New Product Introduction Powertrain, Tesla

Die Transformation der Automobilindustrie wird die Art und Weise der Projektplanung und -umsetzung verändern müssen. Wesentlicher Erfolgsfaktor für Unternehmen wird sein, dass Projektleitungen befähigt sind, in Situationen hoher Ambiguität und Volatilität der Rahmenbedingungen, ein Projekt strukturiert zu lenken. Dabei müssen einerseits klare Leitplanken für die Projektteams gesteckt werden, anderseits aber auch Agilität und Flexibilität gewährleistet sein. Nur so wird es gelingen, in einer dynamischen Umwelt, die Projektziele nachhaltig zu erreichen. 

Insbesondere die hochinnovativen Hersteller werden ihren Wettbewerbsvorteil nur dann langfristig sichern, wenn sie sowohl bei der Performance der Projektausführung als auch der Steuerung des Projektportfolios Benchmark sind. Projektteams müssen dahingehenden entwickelt werden, dass sie die Rahmenbedingungen und den Wertbeitrag eines jeden Projekts permanent und datenbasiert hinterfragen, um Maßnahmen zur Portfolio-Optimierung zu ergreifen. Hierfür wird es ebenfalls erforderlich sein, einen Wandel in der Unternehmens- und Arbeitskultur voranzutreiben, der zum einen die Akzeptanz zur Veränderung bei den Mitarbeitern sicherstellt und gleichermaßen das Management dazu ermutigt, den Projektteams den nötigen Handlungsfreiraum für die damit einhergehende Verantwortung zu übertragen.

Das Buch „Projektmanagement in der Automobilindustrie“ gibt einen umfangreichen Überblick über Methoden, Prozesse und Best Practices, um den aktuellen Herausforderungen der Automobilindustrie in der Projektsteuerung zu begegnen. Es ist sowohl den operativen Projektleitungen als auch den Führungskräften hierbei eine Hilfestellung. Im Folgenden werden die Implikationen der aktuell stattfinden Transformation strukturiert analysiert und es wird anhand konkreter Beispiele aufgezeigt, wie Projekte systematisch geführt werden können.

Oliver Ganser, Chairman of the Board Catena-X e.V.

Die Möglichkeit radikaler, datengetriebener Kollaboration in der automobilen Wertschöpfungskette wird die Wettbewerbsfähigkeit unserer Industrie nachhaltig bestimmen. Erfolgskritische Aufgaben, wie beispielsweise die De-Karbonisierung und die Kreislaufwirtschaft, werden dabei nur noch in einem neuen kollaborativen und datengetriebenen Wertschöpfungsverbund lösbar sein, in welchem Partner unterschiedlicher Größen miteinander interagieren. Projektleiter sollten deshalb ein Verständnis erlangen, wie Produktentstehungs- und Prozessoptimierungsprojekte in einem solchen Netzwerk realisiert werden.

Dieses Buch zeigt die Herausforderungen sowie Chancen auf und bietet Hilfestellungen an, um gestärkt aus der derzeit stattfindenden Transformation hervorzugehen. Dieses Buch ist ein ‚,must read“ - auch für erfahrene Projektleiter - um die Potenziale der datengetriebenen Wertschöpfung für das eigene Unternehmen und dessen Partnern nicht liegen zu lassen!

Manja Greimeier, Geschäftsbereich Fahrerassistenzsysteme ADAS bei Continental AG

Meine gesamte Karriere wurde in den letzten zwei Jahrzehnten stark durch das Projektmanagement in der Automobilindustrie geprägt, weshalb ich mich umgekehrt auch immer stark für die Themen Projektmanagement, Transformation von Organisationen und Diversity in den Unternehmen eingesetzt habe.

Unsere Industrie muss sich auf die Herausforderungen der Zukunft vorbereiten und das Projektmanagement nimmt hierbei eine Schlüsselrolle ein. Es kommt dabei besonders darauf an, dass wir die richtigen Projekte auswählen, diese erfolgreich umsetzen und dabei die Projektmitarbeiter nachhaltig motivieren können, um wettbewerbsfähig zu sein. 

Dieses Buch ist ein unverzichtbares Werkzeug für Führungskräfte, die Ihr Unternehmen auf die Herausforderungen der Zukunft vorbereiten wollen.

Ich möchte den Autoren Reinhard Wagner und Jens Erasmus dafür danken, dass sie Ihre Erfahrungen und ihr Wissen in diesem Buch mit uns teilen. Ihr Beitrag zur Weiterentwicklung des Projektmanagements ist von unschätzbarem Wert. Ich hoffe, dass Sie als Leserinnen und Leser dieses Buch als wertvolle Ressource betrachten - so wie ich seit der ersten Auflage. 

Stephan Wohlfahrt, Corporate Process Owner für Projektmanagement, Robert Bosch GmbH

Die Veränderungsgeschwindigkeit in der Automobilindustrie nimmt spürbar zu. Viele neue Player drängen in den Markt. Themen wie Elektrifizierung, autonomes Fahren, Vernetzung, aber auch gestörte Lieferketten stellen Fahrzeughersteller und Zulieferer vor zahlreiche Herausforderungen, die nicht zuletzt auch das Projektmanagement betreffen.

Bekannte Organisationsformen wie Funktionale-, Matrix- oder Projektorganisation werden ergänzt durch neue Formen, die aus dem Agilen Arbeiten und der Agilen Skalierung hervorgehen. Etablierte Rollen und Vorgehensweisen werden in Frage gestellt, neue entstehen.

Was wir bei all den Veränderungen nicht vergessen dürfen, sind die vielen, sinnvollen Dinge, die bleiben: Gutes Risiko- und Stakeholdermanagement sind weiterhin - besonders im volatilen Umfeld - enorm wichtig. Ressourcenmanagement bleibt gerade in Zeiten des Fachkräftemangels essenziell. Scope- und Benefits-Management sowie Qualitäts- und Kostenmanagement sichern den Erfolg des Projekts wie auch seiner Liefergegenstände, ganz unabhängig davon, ob diese in einem klassischen, hybriden oder agilen Umfeld entstanden sind.

Gutes Projektmanagement wird auch in Zukunft einen wesentlichen Beitrag zum Unternehmenserfolg leisten!

Till H. Balser, Geschäftsführender Gesellschafter Tiba Transformation Group

Die Tiba hat gleich nach ihrer Gründung im Jahr 1989 mit der Gestaltung von Projektmanagement in der deutschen Automobilindustrie begonnen - und tut dies bis heute sehr erfolgreich. Dabei ist aus unserer Sicht eine ganzheitliche Herangehensweise im Projektmanagement ein wesentlicher Schlüssel zum Erfolg. Hierfür haben wir von Anfang an auf das Tiba-4-Achsenkreuz gesetzt, mit dem wir nicht nur „Prozesse & Methoden“ bzw. „Technologien & Tools“, sondern in steigendem Maße auch „Mensch & Mindset“ sowie „Organisation & Kultur“ bei der Gestaltung mit einbeziehen.

In den letzten Jahren haben Anzahl und Bedeutung der Projekte in der Automobilbranche zugenommen. Damit einher geht eine deutliche Transformation des Projektmanagements. Das vorliegende Buch ist ein gelungenes Spiegelbild der Entwicklungen in der Branche wie auch innerhalb der Disziplin Projektmanagements. Immer neue Herausforderungen der Automobilindustrie werden weitere Anpassungen notwendig machen. Das Projektmanagement selbst wird digitaler, adaptiver und integrativer. Gerade der letztgenannte Aspekt ist wichtig, denn die Projektarbeit in der Automobilindustrie bezieht inzwischen sehr viele unterschiedliche Disziplinen ein. Wir freuen uns, die Transformation der Automobilindustrie aktiv mitgestalten zu können und somit die Grundlage für die 7. Auflage dieses Buches zu legen.

Claus-Peter Köth, Chefredakteur »Automobil Industrie« Vogel Communications Group GmbH & Co. KG

Die Automobilindustrie befindet sich in einem massiven Umbruch, der die Branche noch einige Jahre begleiten wird. Treiber der Transformation sind die Megatrends Elektrifizierung und Digitalisierung. Dabei scheint der batterieelektrische Antrieb gesetzt – zumindest in Europa und für Anwendungen im Pkw. Und die Batterie gilt als Schlüsselelement für eine bezahlbare und CO2-neutrale Mobilität. Auf dem Weg dorthin gibt es noch jede Menge zu tun. Schließlich sollen die Akkus eine hohe Reichweite und kurze Ladezeiten bieten, sich als Pufferspeicher eignen und am Ende ihre kostbaren Materialien für eine Wiederverwendung bereitstellen. Gleichwohl befinden sich der Entwicklungsstand und die jeweiligen Produktionsprozesse je nach Batterietyp häufig noch in den Anfängen – wie im Übrigen das E-Auto als Ganzes, im Vergleich zu den heutigen nahezu ausentwickelten Fahrzeugen mit Verbrennungsmotor.

Da größere Kostensprünge in der Batterietechnik vor dem Jahr 2030 nicht zu erwarten sind, wird das Elektroauto für weite Teile der Bevölkerung vorerst ein Luxusprodukt bleiben. Zumindest das E-Auto aus europäischer oder deutscher Produktion, hergestellt mit teuren Rohstoffen und hochpreisiger Energie sowie mit Batterietechnik aus China, Südkorea und bald verstärkt aus den USA. Teilelektrische Antriebe, den Diesel- und Ottomotor – betankt mit E-Fuels – sowie Wasserstoffantriebe sollte Europa deshalb nicht voreilig abschreiben, will man sich, was die Rohstoffe für Batteriefahrzeuge angeht, nicht in eine gefährliche Abhängigkeit von anderen Ländern begeben.

Noch deutlich mehr als die Elektrifizierung des Antriebs verändert die Digitalisierung des Automobils die Wertschöpfungsketten und die Zusammenarbeitsmodelle in der Branche. Daten, IT, Elektronik und Software sind die neue Währung, sie haben das Karosseriespaltmaß als entscheidendes Qualitätskriterium längst abgelöst. Mit dem „softwaredefinierten Fahrzeug“ (engl.: software-defined vehicle) hat sich ein Begriff etabliert, der den neuen Ansatz beschreibt. Software ist nicht mehr nur eine Zusatzleistung, die mit einer Komponente geliefert wird – sie ist zum bestimmenden Faktor geworden. Um sie herum sollen künftig die Steuerungen, Sensoren, Aktuatoren und Bordnetze konfiguriert werden. Mit neuen Architekturen soll Software stärker modularisiert und wiederverwendet werden können. Nahezu alle Autohersteller arbeiten daran, allerdings meist noch zu isoliert. Doch sie erkennen zunehmend: Kooperationen untereinander, mit Tech-Konzernen und traditionellen Tier-1-Lieferanten sind unabdingbar. Gleichzeitig erfordert die Dominanz der Software veränderte Entwicklungsstrukturen und neue Modelle der Zusammenarbeit, allein schon deshalb, weil Software einen schnelleren Lebenszyklus hat als Hardware. Konkret geht es bei der agilen Softwareentwicklung darum, kleine Teile funktionsfähiger Software schnell bereitzustellen; sie findet meist in kleinen, selbstorganisierenden Teams statt, die sich regelmäßig persönlich treffen.

In einer aktuellen Analyse gehen die Berater der Boston Consulting Group (BCG) davon aus, dass nahezu das gesamte Wachstum der Automobilindustrie im Jahr 2035 aus den Sparten E-Mobilität, autonomes Fahren, Software und Verkehrsdienstleistungen stammen wird. Zwar nehme die Ertragsspanne kurzfristig noch ab. Auf längere Sicht ordnen die BCG-Experten sie im Schnitt jedoch bei mehr als sechs Prozent ein. Die europäischen Unternehmen müssten sich jedoch sputen, damit sie auf den erfolgversprechenden Feldern nicht den Anschluss gegenüber China und den USA verlieren. Ihr Fazit: Notwendig seien mutige, proaktive Schritte, um zu überdenken, wie Fahrzeuge entworfen, gebaut, verkauft, gewartet und betrieben werden können.

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© Wagner · Erasmus
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